Fernheilungs-Symbol?

von Bronwen und Frans Stiene, 24. Januar 2010

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In Okuden, dem 2. Grad, wirst Du etwas lernen, das viele als das „Fernheilungs“ Symbol kennen. Dies ist eher eine moderne als eine japanische Interpretation einer Praxis die wir HSZSN nennen. Aber wie wurde HSZSN zu Mikao Usui’s Zeiten genutzt und woher stammt dieses Symbol?

Zunächst einmal müssen wir uns darüber klar werden, dass dieses Symbol tatsächlich kein Symbol ist sondern eine Kombination verschiedener Kanji. Interessant ist, dass diese 5 verschiedenen Kanji die das „Symbol“ darstellen, komprimiert sind. Konsequenterweise kann es schwerlich wie ein „normales“ Kanji gelesen werden. Komprimierte Kanji waren in den alten esoterischen Traditionen Japans eine gewöhnliche Praxis.

Die Kanji, die dieses angebliche „Symbol“ ausmachen, können als hon sha ze sho nen (siehe unser HSZSN Initialwort) gelesen werden. Diese Klänge sind ebenso das Mantra (in Japan wird dies Jumon genannt). Folglich ist das Kanji „Symbol“ (anders als bei den ersten 2 Symbolen, die in diesem Grad gelehrt werden) tatsächlich das Mantra.

Was bedeuten diese Kanji und ist es in Übereinstimmung mit dem Konzept des modernen Reiki-Systems das es ein „Fernheilungs“ Symbol ist?

Unten sind zwei Deutungen nach japanischem Verständnis des HSZSN Mantras:

Meine ursprüngliche Natur ist korrekter Gedanke und ich bin korrektes Bewusstsein.

Der Gebrauch der Bezeichnungen Korrekter Gedanke und Bewusstsein weist darauf hin, dass es beim Arbeiten mit diesem Mantra darum geht sich ein Geisteszustand zu vergegenwärtigen. Keine dieser Deutungen scheinen mit dem Konzept des HSZSN als „Fernheilung“ in Verbindung zu stehen.

 

HSZSN sein

Um dem Ganzen außerdem Substanz zu verleihen müssen wir die Frage stellen, was dieser korrekte Gedanke oder das korrekte Bewusstsein ist und wie wir dies zustande bringen können. Die Übersetzung von Meine ursprüngliche Natur ist korrekter Gedanke deutet bereits darauf hin, was dieser korrekte Gedanke ist. Es ist unsere ursprüngliche Natur.

In Japan ist die ursprüngliche Natur bekannt als honshin, was ebenso für unsere Buddha Natur steht.

Wenn wir uns auf unsere ursprüngliche Natur zu bewegen, entdecken wir, dass da keine Trennung ist, alles ist miteinander verbunden oder auf einem tieferen Level, Einheit. Das kann natürlich nicht in einem Tageskurs oder innerhalb eines Monats oder eines Jahres verstanden werden. Und um dies wirklich verstehen zu können, wirst du eine direkte Erfahrung dieser Verbundenheit oder Einheit benötigen.

 

Aber wie funktioniert das?

So funktioniert es ... Um dich darin zu unterstützen deine eigene wahre Natur zu enthüllen, wirst du für eine lange Zeit mit dem ersten Mantra und Symbol das in Okuden gelehrt wird praktizieren, möglicherweise Jahre. Dieses Mantra und Symbol wird dir helfen das Konzept der Erdenergie (jap: chi) zu verstehen.

Wenn du dies verstanden hast, wirst du weitergehen zu dem zweiten Mantra und Symbol, was dir  dann wiederum helfen wird das Konzept der Himmelsenergie (jap: ten) zu verstehen.

Und erst dann wirst du fähig sein mit dem HSZSN zu arbeiten. Warum so lange warten? Weil es erst dann möglich ist diese Verbundenheit/Einheit zu verstehen, wenn du zunächst das Konzept der dualen Kräfte von Erde und Himmel begriffen hast.

An diesem Punkt gibt es keinen Grund „Fernheilung“ auch nur zu erwähnen. In der Tat kannst du beinahe sagen das das Gegenteil der Fall ist, denn das Konzept einer „Ferne“ bringt dich unmittelbar in einen Geisteszustand, der dich eher von der Verbundenheit oder Einheit wegführt.

 

Ursprung des HSZSN

Lass uns nun schauen woher das HSZSN kommt. Viele Leute sagen Mikao Usui hätte 1922 ein mystisches Erlebnis auf dem Berg Kurama gehabt und während seiner Erfahrungen wurden ihm die Symbole „gegeben“. Wie auch immer, es heißt ebenso, dass Mikao Usui bereits lange vor 1922 gelehrt hat. Ebenso ist es allgemein bekannt, dass die Mantras und Symbole die er in dem System lehrte zu anderen spirituellen Praktiken zurückverfolgt werden können und in diesen Praktiken genutzt wurden lange bevor Mikao Usui begann zu lehren.

Deshalb ist die Story, dass sie ihm einfach so „gegeben“ wurden, mehr als unwahrscheinlich. Sie waren bereits in Gebrauch!

Das komprimierte HSZSN Kanji (wie es im Reiki-System genutzt wird) kann in einem Büchlein namens shoninki aus dem 17ten Jahrhundert gefunden werden, das einen Klassiker des ninjutsu beinhaltet. Shoninki besteht aus drei Bänden und HSZSN ist im zweiten Band (chukan) abgebildet.

Das Bild ist eine Seite aus dem shoninki (chukan) die das HSZSN beschreibt.


Bild mit freundlicher Genehmigung von Serge Mol und Nakashima Sensei

 

Dieses Bild aus dem shoninki ist aus einer Zauberformel, der verwendet wurde um Verbindungen zu kappen oder zu schaffen, je nachdem wie die Formel gefaltet wurde. Um mit der Formel zu arbeiten schreibe deinen Namen und den Namen der anderen Person darauf. Wenn du das Papier so faltest, dass die Namen voneinander getrennt werden, dann unterbrichst du die Verbindung zwischen euch beiden. Wenn du jedoch es jedoch so faltest, dass die Namen sich überlappen, dann ist die Verbindung hergestellt.

Solche Zauberformeln wurden nicht nur in ninjutsu gebraucht, sondern ebenso im Mikkyo oder anderen japanischen esoterischen Lehren wie Shingon, Tendai und Shugendo. Nichtsdesdoweniger waren es zwei, ein Tendaipriester und ein Shugendopriester, die uns darauf aufmerksam machten, dass diese eigentümliche Zauberformel (und viele andere) ihre Wurzeln in Onmyodo (dem Weg von Yin und Yang) hat.

Onmyodo lehrt Elemente wie inyo (das ist Yin und Yang, welches das Konzept von Erde und Himmel umschließt), gogyo (5 Elemente) und dokyo (Daoismus) Theorie. Onmyodo wurde im 7ten Jahrhundert in Japan eingeführt. Onmyodo Praktiken wurden ebenso in Tendai, Shingon und Shugendo Praktiken aufgenommen.

 

Wurzeln des Reiki-Systems

Es heißt, das Mikao Usui ein Shugendo Praktizierender war. Auf seinem Gedenkstein steht, dass er kushu shinren praktizierte, was eine Form von shugyo oder „hartes Training“ ist. Ebenso steht auf seinem Gedenkstein, dass er Weissagung praktizierte. Beide Praktiken sind ein Teil von Onmyodo und Shugendo.

Nutzte Mikao Usui also Shugendo und Onmyodo Philosophien und Methoden um das Reiki-System zu erschaffen? Bedauerlicherweise werden wir wahrscheinlich niemals zu 100% sicher sein, aber wenn wir uns die Elemente des Systems anschauen, können wir definitiv sehen, dass er mit bestimmten Begriffen aus diesen Praktiken arbeitete.

Zum Beispiel ist es interessant zu sehen, dass die inyo (Yin Yang) Philosophie von Onmyodo die ersten zwei Mantras und Symbole wiederspiegeln, die in Okuden Grad 2 gelehrt werden. Diese beiden Mantras und Symbole repräsentieren Erde (in) und Himmel (yo). Und jetzt, durch Nachforschungen, ist es also möglich die Wurzeln des dritten Mantras und Symbols, HSZSN, zur Onmyodo Praxis des 7ten Jahrhunderts zurückzuverfolgen.

 

Worum geht es bei den Nachforschungen?

Den Hintergrund des Reiki-Systems zu erforschen gibt uns sehr interessante Fingerzeige in unsere eigene Praxis mit dem Reiki-System. Die ausführliche Nachforschung, die in diesem Artikel erwähnt wird macht es uns möglich zu erkennen, dass das System sich aus spirituellen Praktiken entwickelte (statt ausschließlich als Handheilungspraktik, wie es in modernen Zeiten oft praktiziert wird). Zweitens, dass Mikao Usui’s Verständnis dieser Praktiken aus alten Zeiten (aus denen er viele Elemente für das Reiki-System entliehen hat) aus seinen persönlichen Praktiken der Lehren wie Shugendo und Onmyodo entwickelt wurden.

In unseren Forschungsbüchern, The A-Z of Reiki Pocketbook, The Japanese Art of Reiki [nur Englisch erhältlich] und Die Wurzeln des Reiki, gibt es detailierte Information über die Mantras und Symbole und die japanischen Ursprünge.

 

(Copyright International House of Reiki, www.reiki.net.au; übersetzt aus dem Englischen, mit freundlicher Genehmigung des International House of Reiki, von Barbara Maria Piel, http://reiki-stille.com )



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